Einfluss von Landwirtschaft & Ernährung auf das Klima

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Wie viel Einfluss hat die Landwirtschaft und folglich unsere Ernährung auf Umwelt und Klima? Diese Seite zeigt Fakten, Zusammenhänge, Informationsquellen und Lösungsansätze.

1 kg Rindfleisch

ca. 98 x mehr Landfläche (Futtermittel)

ca. 50 x mehr CO² Emissionen

48 x höherer Wasserverbrauch

im Vergleich zu pflanzlicher Nahrung, wie z.B. Kartoffeln oder Getreide.

Fakten

> 70 Mrd.

Nutztiere

Die meisten Tiere dieser Welt werden von uns als Nutztiere gehalten. 90% der Säugetiere sind Nutztiere, 75% der Vogeltiere (gemessen an Biomasse). Insgesamt ernähren wir über 70 Milliarden Nutztiere weltweit. Um diese Tiere zu ernähren, wird Getreide, Soja, Mais etc. verwendet - Nahrungsmittel, die auch auf dem Speiseplan des Menschen stehen. Doch wir schaffen es nicht, alle 7,77 Milliarden Menschen zu ernähren.

Um diese Menge an Tieren gewinnbringend zu halten, ist Massentierhaltung unvermeidbar. Durch diese Haltungsform sind die Tiere extremen Bedingungen ausgesetzt. Um die Tiere bis zu ihrer Schlachtreife am Leben zu halten wird oftmals Antibiotika präventiv und in großen Mengen verabreicht. Dieses Antibiotika gelangt ins Grundwasser, ist in Fleisch und dank Gülle-Dünger auch in Gemüse nachweisbar. So bilden sich nicht nur bei Tieren, sondern auch bei Menschen antibiotikaresistente Keime.

200.000 qm

täglich gerodet

Mehr als ein Drittel der gesamten Landfläche dieser Welt wird für die Landwirtschaft genutzt. 83% davon wird zur Produktion von Futtermitteln für Nutztiere verwendet.

Für viele dieser Flächen wurden Wälder gerodet. Und es werden stetig mehr. Jeden Tag werden weltweit über 200.000 qm Waldfläche abgeholzt. Dieses Land wird hauptsächlich für die Haltung von Nutztieren und den Anbau von Soja, das ebenfalls zum Großteil an Nutztiere verfüttert wird, verwendet. Da wir in Europa nicht genügend Fläche haben, um Futtermittel für all unsere Nutztiere anzubauen, wurden allein 2019 über 31 Millionen Tonnen Soja aus Nord- und Südamerika importiert. Nur ein relativ geringer Anteil des Regenwaldes wird für den Anbau der viel umstrittenen Palmöl Plantagen abgeholzt.

Regenwälder binden CO2, sind Heimat vieler nützlicher Tierarten und schützen unser Klima vor Trockenheit. Eine Abholzung der Regenwälder hat deshalb nicht nur vor Ort Auswirkungen, sondern auf der gesamten Welt.

Pestizide

und Gentechnik

Genetisch manipulierte Pflanzen kommen beispielsweise mit weniger Wasser aus, sind resistenter gegen Schädlinge oder produzieren sogar selbst Gifte gegen Schädlinge. Es scheint keine negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit zu geben. Leider wird Gentechnik oft in Kombination mit schädlichen Anbauformen wie extremer Monokultur angewandt. In den USA, Kanada und China sind negative Folgen zu beobachten: Verdrängung anderer Pflanzen und nützlicher Tiere, unkontrollierte Vermischung mit genfreiem Saatgut, Schädlinge werden resistent. Folglich werden mehr Pestizide genutzt.

Pestizide haben extrem negative Auswirkungen auf die Umwelt. Besonders Stickstoffdünger trägt direkt zur Erderwärmung bei. Das darin enthaltene Distickstoffmonoxid ist 300x schädlicher als CO2.

Einige Länder versuchen nun, wieder von der Gentechnik weg, hin zu nachhaltigeren Methoden zu kommen. Mexiko möchte bis 2024 Gentechnik und das Pestizid Glyphosat verbannen.

In Tansania stieg in den letzten Jahren dagegen die Anzahl organischer Farmen stark an. Durch die Einhaltung nachhaltiger Landwirtschaftsprinzipien sind die Erträge stabil, die Landwirte erwirtschaften höhere Gewinne, da sie keine Pestizide mehr kaufen müssen.

Saaten

in Gefahr

Ein beachtlicher Teil des weltweiten Saatguts, meist gentechnisch verändert, befindet sich in den Händen einiger weniger Großkonzerne. Einer der größten ist der Deutsche Pharma Konzern Bayer, der 2018 Monsanto übernahm.

Lokale Bauern werden systematisch von Saatgut abhängig gemacht. sie werden mit der Aussicht auf höheren Profit gelockt und kaufen das Saatgut und dazugehörige Pestizide. Sie haben somit kein Anrecht mehr darauf, einen Anteil der Ernte im Folgejahr wieder für die Aussaat zu nutzen. Sie müssen das patentierte Saatgut erneut kaufen. Dieses Saatgut verdrängt lokal gezüchtete Saaten, die optimal auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst waren.

Negative Effekte von Pestiziden wie Glyphosat werden von den Konzernen abgestritten, dabei ist längst bewiesen, dass allein das Krebsrisiko durch Glyphosat erheblich steigt. Glyphosat wurde bereits in etlichen Lebensmitteln nachgewiesen,

CO2 höher

als transportsektor

Durch Flächenverbrauch, Pestizidbelastung, Wasserverschmutzung und viele weitere Faktoren hat die Landwirtschaft bereits große negative Auswirkung auf Umwelt und Ökosysteme. Ca. 90% der in den USA verkauften Antibiotika wird für die Tierhaltung verwendet. Reste bleiben im Fleisch und im Grundwasser.

Die landwirtschaftlich bedingten CO2 Emissionen sind dazu mit über 18% deutlich höher, als die aller Flugzeuge, PKW, Schiffe und Züge zusammen.

Methan

80 mal schädlicher

Ca. 40% des jährlichen Methanausstoßes wird derzeit durch Kühe und andere Nutztieren verursacht. Im Vergleich zu CO2 ist Methan, auf einen Zeitraum von 20 Jahren gesehen, 80 x klimaschädlicher, da es sehr effizient Wärme davon abhält, die Atmosphäre zu verlassen.

Es ist also nicht richtig, nur den CO² Ausstoß zu betrachten, denn Methan ist bisher zu ca. 20% für den Temperaturanstieg seit der industriellen Revolution verantwortlich.

Erosion

und Nährstoffe

Über 40% der weltweiten Landmasse wird bereits für den Anbau von Nahrung und Futtermittel verwendet. Um die Erträge zu erhöhen werden Pestizide genutzt. Diese schädigen zwar die Umwelt, ermöglichen aber zumindest eine gewisse Zeit den Anbau von großen, ertragreichen Monokulturen. Das wiederum führt dazu, dass nur die Nährstoffe aus dem Boden genommen werden, die diese Monokultur benötigt. Es entsteht ein Ungleichgewicht. Es werden mehr Spritzmittel verwendet um weiterhin Ertrag zu erhalten. Böden werden unfruchtbar und angreifbar für Erosion (Abtragung von Erde).

In den letzten 150 Jahren wurde ca. 50% des fruchtbaren Mutterbodens auf der Erde durch Erosion abgetragen.

Innovation

Die Lösung?

Konzepte wie Vertical Farming, also der vertikale Indoor-Anbau von Obst und Gemüse gilt als effizient und nachhaltig. Die Innovation spart Land, Wasser und Pestizide. Der Energieverbrauch ist allerdings extrem hoch und es gibt berechtigte Bedenken, was die tatsächlichen Nährwerte dieser Pflanzen betrifft. Dieses Konzept ist deshalb sicher nicht die beste Lösung die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen. Dennoch ist es ein interessantes Modell, vor allem für Großstädte.

Mehr Potential hat dagegen der Anbau auf dem Feld. Es gibt vermehrt Studien zu effizienter, nachhaltiger Landwirtschaft, die auf lange Sicht gesehen, wesentlich effektiver ist, als konventionelle Landwirtschaft. So können Nährstoffe und wertvolle Böden vermehrt statt verbraucht werden. Pflanzen können auf natürliche Weise gegen Schädlinge geschützt werden und Erträge stabil gehalten werden.

Grüne Gentechnik dagegen verspricht wie bereits weiter oben erwähnt schnelle Ertragssteigerungen, langfristig aber erhebliche Nachteile.
Um nachhaltige Landwirtschaft ertragreich zu gestalten benötigt ein Landwirt sehr viel Wissen. Dieses Wissen ist oft nicht da und es wird zu der schnellen Lösung gegriffen: Monokultur und Pestizide.
Dass dadurch ein paar Jahre später fruchtbare Böden verloren gehen, resistente Schädlinge entstehen und die Biodiversität leidet, wird ignoriert.


Es ist deshalb unerlässlich, Landwirten dieses Wissen zu vermitteln, ihnen Anreize zu geben, nachhaltige Landwirtschaftsmethoden umzusetzen.

Die größte Möglichkeit die Umwelt zu schützen

Eine der weltweit größten Studien zum Thema Ernährung kam zum klaren Schluss (in Worten des hauptverantwortlichen Forschers):

"Eine pflanzenbasierte Ernährungsweise ist wahrscheinlich die größte Chance, den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Nicht nur in Anbetracht der CO² Emissionen, sondern auch, um die Bodenversauerung zu reduzieren, weitere Nährstoffarmut der Böden zu verhindern und um Land- und Wassernutzung zu optimieren. Das bringt deutlich mehr als weniger zu fliegen oder ein Elektroauto zu kaufen."

ZUSAMMENFASSUNG
Durch den hohen Landverbrauch, Pestizide, Antibiotikagaben, Methanausstoß und Wasserverbrauch hat die Tierhaltung weitaus mehr negative Auswirkungen auf Umwelt und Klima als "nur" den direkten CO² Ausstoß.
Ohne eine drastische Reduktion unseres Fleisch- und Milchkonsums können wir Umwelt- und Klimakatastrophen nicht verhindern.
Die verfügbare Landmasse ist größtenteils bereits für Ackerland genutzt und unsere Böden sind bereits an der Grenze der Belastbarkeit. Eine weitere Steigerung der Erträge durch mehr Genmanipulation und Pestizide verschlimmert die Situation. Nur eine nachhaltige Landwirtschaft ist eine zukunftsfähige Lösung.

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